DIE ENTSTEHUNG DER NEUEN WASSERSTOFF PRODUKTIONSANLAGE

Ursprüngliche Idee

Das LIFEalps-Projekt sah ursprünglich den Bau einer neuen Wasserstoffproduktionsanlage im Wasserkraftwerk Kardaun vor, das sich im Besitz von Alperia befindet und die Flotte der emissionsfreien Fahrzeuge des Projekts sowie die Wasserstoffbusse von SASA versorgen sollte. Die neue Anlage sollte von SASA realisiert werden und von der Anwendung der so genannten SEU ("Sistema efficiente di utenza") Konstellation profitieren, dank welcher der für die Wasserstoffproduktion benötigte Strom zu geringeren Kosten und ohne Netzgebühren verfügbar sein würde.

Diese SEU-Ausnahme wurde jedoch von der italienischen GSE-Behörde abgelehnt. Daraufhin wurde der Standort Kardaun aufgegeben und das Projektteam machte sich auf die Suche nach einer alternativen, langfristig wirtschaftlich tragfähigen Lösung.

In den Jahren 2021 und 2022 wurden verschiedene alternative Szenarien und Vorschläge entwickelt, jedoch konnte keine endgültige Einigung zwischen allen beteiligten Projektpartnern erzielt werden.

Die neue Produktionsanlage: Synergieeffekte zwischen LIFE und PNRR

Der Wendepunkt kam 2023 mit der Möglichkeit, die neue Wasserstoffproduktion in die vom PNRR kofinanzierten Investitionen einzubeziehen, für die die Provinz Bozen auf ihrem Gebiet ein Wasserstofftal (Projekt „H2 Valley“) schaffen will.

Das wichtigste Referenzregelungsinstrument ist die PNRR-Maßnahme „M2C2 - Investition 3.1“ für die Umstellung stillgelegter Industriestandorte, die Investitionen in solchen Bereichen unterstützt. Dieses nationale Instrument erwies sich als grundlegender Pfeiler für das LIFEalps-Projekt und schuf die Voraussetzungen für die Realisierung der Wasserstoffproduktion.

SASA entwickelte gemeinsam mit Alperia und der Provinz Bozen die Idee und das Projekt zur Realisierung der neuen Wasserstoffproduktion in der Nähe der Müllverbrennungsanlage in Bozen-Süd, mit der Möglichkeit, die SEU-Konstellation anzuwenden und so die Kosten der grünen Wasserstoffproduktion zu senken.

Das Projekt für den Bau der neuen Wasserstoffproduktionsanlage wurde im Juli 2023 offiziell als Teil der von der nationalen PNRR mitfinanzierten Initiativen angenommen, wodurch die seit langem bestehende Frage des Standorts der neuen Wasserstoffproduktion von LIFEalps gelöst wurde.

 

Die Produktionsanlage wird bis Mitte 2026 abgeschlossen sein. Die wichtigsten Punkte des neuen Werks sind nachstehend aufgelistet.

Gemeinsame Produktionsstätte für die Projekte LIFEalps und H2 Valley:

  1. Basisproduktionskapazität finanziert mit PNRR

  2. Optionale Produktionskapazität finanziert mit LIFE

Technische Daten

  • 1 Elektrolyseur auf 2+2 Mwe (erweiterbar auf 5 Mwe insgesamt), 2 Kompressoren (erweiterbar auf 3) auf 45Kg/h, 2 Anhängerbefüllungseinheiten (erweiterbar auf 3 Anhänger) 
  • Möglichkeit der Anpassung des Gasverdichtungssystems und der anschließenden Anhängerbefüllung entsprechend dem gewünschten Druck (180-550 bar) 
  • Anhänger von 500 kg/cad H2 mit bis zu 500 bar Fülldruck 
  • Nominale Produktionsleistung Elektrolyseur 72 kg/h H2
  • Automatisierungssysteme für redundante Temperaturregelung in Kompressorräumen
  • Videofernüberwachung und Anlagenmanagementsysteme
  • Messsysteme für die Qualität des produzierten Wasserstoffs

Die stillgelegte Müllverbrennungsanlage

Die für die neue Wasserstoffproduktion verfügbare Fläche